Über uns
Wiederaufbau und Wirtschaft in der direkten Nachkriegszeit
Geschrieben von: LeMO: Lebendiges virtuelles Museum Online
Wir bedanken uns bei LeMO: Lebendiges virtuelles Museum Online für diesen Artikel.
Durch den Zweiten Weltkrieg sind weite Bereiche Deutschlands in ein Trümmerfeld verwandelt. Die Infrastruktur ist weitgehend zerstört. In allen vier Besatzungszonen herrscht Wohnungs- und Nahrungsmangel. Die Versorgungslage der Bevölkerung ist katastrophal. Auf der Potsdamer Konferenz einigen sich die Siegermächte darauf, daß Deutschland daran gehindert werden muß, jemals wieder Krieg zu führen. Die alliierten Reparationsforderungen sollen durch Demontagen beglichen werden. Zusätzlich zu den Kriegsschäden verschlimmern die Demontagen noch die Lage der deutschen Wirtschaft.
Neben den Demontagen greifen die Alliierten auch noch in andere Bereiche der Wirtschaft ein: In den Westzonen werden im Rahmen der Dekartellisierung zahlreiche Großunternehmen in kleinere Betriebe aufgelöst. In der sowjetischen Besatzungszone werden im Zuge der Entnazifizierung weitreichende Verstaatlichungen vorgenommen. Ziel ist hier die Einführung einer sozialistischen Zentralplanwirtschaft nach sowjetischem Muster.
Das Vorgehen der UdSSR in Osteuropa und in ihrer Besatzungszone vergrößert das Mißtrauen der Westmächte und bewirkt eine Veränderung ihrer Deutschlandpolitik. Deutlich wird dies in der Stuttgarter Rede des amerikanischen Außenministers Byrnes am 6. September 1946: Deutschland dürfe nicht in ein Armenhaus verwandelt werden, und die USA werden dem deutschen Volk helfen, "seinen Weg zurückzufinden zu einem ehrenvollen Platz unter den freien und friedliebenden Nationen der Welt." Ihren sichtbarsten Ausdruck findet die amerikanische Hilfe dann in dem im Juli 1947 verkündeten Marshallplan.
Die im Rahmen dieses Hilfsprogramms für die westlichen Besatzungszonen bereitgestellten Gelder sind ein wichtiger Impuls für den raschen wirtschaftlichen Wiederaufbau der späteren Bundesrepublik Deutschland. Der Marshallplan, den die UdSSR für sich und die von ihr beherrschten Länder ablehnt, trägt deshalb indirekt zur Spaltung Deutschlands und Europas bei.
Quelle und Copyright: LeMO: Lebendiges virtuelles Museum Online. Ein Projekt des Deutschen Historischen Museums (DHM) in Berlin und dem Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (HdG) in Bonn.
Literatur
Benz, Wolfgang: Deutschland unter alliierter Besatzung 1945-1949/55. Ein Handbuch. Berlin 1999.
Herbert Ulrich / Axel Schildt: Kriegsende in Europa. Essen 1998.
Weber, Jürgen: Das Jahr 1949 in der deutschen Geschichte. Die doppelte Staatsgründung. München 1997.
Weber, Jürgen: Der Bauplan für die Republik. Das Jahr 1948 in der deutschen Nachkriegsgeschichte. München 1997.
