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Rachel - von Simone Bitton
Geschrieben von: Redaktion
Simone Bittons Dokumentarfilm geht der Frage nach, wie es im Gazastreifen wirklich aussieht anhand des Todes der 22-jährigen amerikanischen Friedensaktivistin Rachel Corrie, die 2003 beim Versuch ums Lebven kam, die Zerstörung von Häusern palästinensischer Familien im Gazastreifen zu verhindern. Ein Bulldozer der israelischen Armee erfasste sie.
Eine oberflächliche Auswertung des Militärs ergab, dass es sich um einen Unfall gehandelt hat. Weitergehende Untersuchungen gab es nicht. Der Film unternimmt damit, was Aufgabe eines Gerichts gewesen wäre. Die Filmemacherin reiste in den Gaza-Streifen und befragte akribisch Militärsprecher, Ärzte, Zeugen, darunter die Besatzung des Bulldozers und Corries Mitaktivisten. Das gesammelte Material umfasst zudem Dokumente wie Fernsehbeiträge, Fotos der Aktion und ein Armee-Video.
Die Frage, die den ganzen Film über im Raum steht, ob der Bulldozer die Aktivisten vorsätzlich überrollt hat, kann nicht letztlich geklärt werden. Aber vieles spricht dafür. Doch darüber hinaus entwickelt sich der Filom zur Studie über Idealismus und politisches Engagement eines Konfliktes, der schon lange nicht mehr ein inner-israelisches Problem ist. Ein Moment bringt die Komplexität und Ambivalenz auf den Punkt: Ein israelischer Soldat ruft den Aktivisten aus einem der Bulldozer zu: "Das hier ist mein Problem, nicht euer Problem."
Rachel
Frankreich, Belgien, 2009, 100 min
Regie: Simone Bitton
